Griechische Inseln im Überblick
Die Inselgruppen im Vergleich: Landschaft, Anreise, Charakter und für wen sie sich eignen.
Griechenland hat mehr Küste als jedes andere Land am Mittelmeer, und ein großer Teil davon gehört zu den Inseln. Sie unterscheiden sich stärker, als viele erwarten: Korfu ist grün und waldreich, Santorini ein karger Vulkanrand, Kreta fast ein eigenes Land mit Hochgebirge. Die Karte oben zeigt, wo die Gruppen liegen. Darunter findest du jede Gruppe mit ihrem Charakter und eine Vergleichstabelle.
Ionische Inseln
Die Ionischen Inseln liegen im Westen Griechenlands vor der Küste von Epirus und der Peloponnes. Zu ihnen gehören Korfu, Paxos, Lefkada, Ithaka, Kefalonia und Zakynthos. Sie sind deutlich grüner als die Inseln der Ägäis, mit Olivenhainen, Zypressen und Pinienwäldern, weil im Winter mehr Regen fällt. Die Geschichte prägt das Bild: Lange unter venezianischer Herrschaft, haben besonders Korfu-Stadt und einige Dörfer einen italienisch anmutenden Charakter.
Die Anreise ist einfach. Korfu, Kefalonia und Zakynthos werden im Sommer direkt angeflogen, Lefkada erreichst du über den Flughafen Preveza und den Damm zum Festland. Die Strände reichen von langen Sandbuchten bis zu weißen Kieselstränden unter Steilküsten, etwa auf Lefkada und Kefalonia.
Kykladen
Die Kykladen liegen im Zentrum der Ägäis, südöstlich von Athen. Hier stehen die weißen Würfelhäuser mit blauen Türen, die viele mit Griechenland verbinden. Bekannt sind Santorini, Mykonos, Naxos, Paros, Milos, Ios, Sifnos, Tinos und Syros. Die Landschaft ist trocken, steinig und von Wind geprägt. Im Hochsommer weht oft der Meltemi, ein kräftiger Nordwind, der die Hitze erträglicher macht, das Meer aber aufrauen kann.
Die Kykladen sind das klassische Revier für Inselhopping, weil viele Inseln nah beieinander liegen und von Piräus, Rafina und untereinander mit Fähren verbunden sind. Naxos ist die größte und grünste Insel der Gruppe, Santorini und Mykonos die bekanntesten und teuersten. Auf kleineren Inseln wie Folegandros, Sifnos oder Koufonisia ist es ruhiger.
Dodekanes
Der Dodekanes liegt im Südosten der Ägäis, dicht vor der türkischen Küste. Die größten Inseln sind Rhodos und Kos, dazu kommen unter anderem Karpathos, Kalymnos, Leros, Patmos, Symi, Tilos, Nisyros und Astypalea. Die Inseln stehen für eine lange Saison, viel Geschichte und eine Mischung aus Badeurlaub und Kultur. Die Altstadt von Rhodos mit der Festung der Johanniter gehört zum UNESCO-Welterbe, ebenso das Kloster und die Grotte der Offenbarung auf Patmos.
Rhodos und Kos werden im Sommer sehr häufig direkt angeflogen. Von dort erreichst du die kleineren Inseln mit Fähren und Ausflugsbooten. Symi mit seinem farbigen Hafen ist ein beliebter Tagesausflug von Rhodos, Nisyros mit seinem Vulkankrater einer von Kos.
Nordägäis
Zur Nordägäis zählen Lesbos, Chios, Samos, Ikaria, Limnos, Thassos und Samothraki. Diese Inseln sind weniger vom Massentourismus geprägt als die Kykladen oder der Dodekanes. Lesbos ist für Ouzo, Olivenöl und Vogelbeobachtung bekannt, Chios für die Mastix-Dörfer im Süden, Samos für Wein und grüne Berge, Ikaria für seine ruhige Lebensart. Thassos im Norden ist von Kavala aus mit einer kurzen Fährfahrt erreichbar.
Direktflüge gibt es vor allem nach Samos und Lesbos, ansonsten führt der Weg über Athen oder Thessaloniki.
Sporaden
Die Sporaden liegen nordöstlich von Euböa. Bewohnt sind Skiathos, Skopelos, Alonissos und Skyros. Die Inseln sind grün und waldreich, mit Pinien bis ans Meer. Skiathos hat einen Flughafen und gilt als Badeinsel mit vielen Sandstränden, Skopelos ist ruhiger und bergiger. Um Alonissos liegt ein großer Meeresnationalpark, in dem die seltene Mittelmeer-Mönchsrobbe lebt.
Saronische Inseln
Die Saronischen Inseln liegen im Saronischen Golf direkt vor Athen: Ägina, Poros, Hydra und Spetses, dazu Salamina vor Piräus. Sie sind von Piräus aus schnell erreichbar und eignen sich für Kurzaufenthalte oder als Ergänzung zu einer Athen-Reise. Hydra ist bekannt dafür, dass im Ort keine Autos fahren, Lasten tragen dort Esel und Maultiere.
Kreta
Kreta ist die größte griechische Insel und eine Welt für sich: Hochgebirge mit Gipfeln über 2.400 Metern, Schluchten, Palmenstrände, die minoische Palastanlage von Knossos und Städte wie Chania und Rethymno mit venezianischen Häfen. Die Insel hat zwei große Flughäfen und eine lange Badesaison. Alles Weitere steht auf der eigenen Seite Kreta: Reiseführer zur größten Insel.
Die Inselgruppen im Vergleich
| Inselgruppe | Landschaft | Anreise | Passt besonders zu |
|---|---|---|---|
| Ionische Inseln | grün, Wälder, Steilküsten | Direktflug im Sommer, Fähre vom Festland | Badeurlaub, Familien, Natur |
| Kykladen | karg, weiße Dörfer, windig | Fähre ab Piräus und Rafina, einige Flughäfen | Inselhopping, Architektur, Paare |
| Dodekanes | abwechslungsreich, viel Geschichte | Direktflug Rhodos und Kos, Fähren | lange Saison, Kultur und Strand |
| Nordägäis | ursprünglich, grün und bergig | Flug über Athen, Fähren | Ruhe, Wandern, Kulinarik |
| Sporaden | Pinienwald bis ans Meer | Flug nach Skiathos, Fähren ab Volos | Badeurlaub, Natur |
| Saronische Inseln | nah an Athen, kleine Häfen | Fähre ab Piräus | Kurztrip, Ergänzung zu Athen |
| Kreta | Gebirge, Schluchten, lange Küsten | zwei große Flughäfen | Rundreise, Wandern, lange Saison |
Welche Insel zu dir passt
Ein paar Fragen helfen bei der Wahl:
- Wie willst du anreisen? Wer direkt fliegen möchte, landet bei den großen Inseln wie Kreta, Rhodos, Kos, Korfu oder Zakynthos. Für viele kleinere Inseln brauchst du die Fähre. Einen Überblick gibt die Seite Fähren nach und in Griechenland.
- Wann reist du? Im Frühjahr und Herbst sind die südlichen Inseln wärmer, im Hochsommer bieten die windigen Kykladen und die grünen Ionischen Inseln etwas Abkühlung.
- Was ist dir wichtig? Lange Sandstrände, Wanderwege, Nachtleben, Ruhe oder Geschichte: Jede Gruppe hat ihren Schwerpunkt.
- Eine Insel oder mehrere? Wer mehrere Inseln verbinden möchte, findet Routen und Planungstipps auf der Seite Inselhopping in Griechenland.
Für die meisten ist eine große Insel für den ersten Griechenlandurlaub die entspannteste Wahl. Wer Griechenland schon kennt, entdeckt auf den kleineren Inseln der Nordägäis oder des Dodekanes oft ein ruhigeres Griechenland.
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Fragen und Antworten
- Wie viele griechische Inseln gibt es?
- Je nach Zählweise mehrere Tausend Inseln, Eilande und Felsen. Bewohnt ist davon nur ein kleiner Teil, gut zweihundert. Für Urlaubsreisen spielen vielleicht fünfzig bis sechzig Inseln eine größere Rolle.
- Welche griechische Insel ist für den ersten Urlaub am besten?
- Für den Einstieg eignen sich große, gut erreichbare Inseln mit viel Abwechslung, etwa Kreta, Rhodos, Korfu oder Naxos. Sie haben Direktflüge oder gute Fährverbindungen, viele Strände, Ausflugsziele und Unterkünfte in jeder Preisklasse.
- Welche Inseln sind im Frühjahr und Herbst warm genug zum Baden?
- Am längsten warm bleibt es im Süden und Südosten, also auf Kreta, Rhodos und im übrigen Dodekanes. Dort ist Baden oft schon ab Mai und bis in den Oktober angenehm. Die Ionischen Inseln und der Norden kühlen im Herbst früher ab.
- Welche Inseln kann ich mit dem Auto erreichen?
- Lefkada ist über einen Damm mit dem Festland verbunden, Euböa über Brücken. Auf fast alle anderen Inseln kommst du mit dem Auto nur per Autofähre, was in der Hochsaison eine frühe Reservierung erfordert.
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